Lernen Sie die Folklore von Belize kennen
Es ist kein Geheimnis, dass Belize der Inbegriff des allgegenwärtigen „Schmelztiegels“ ist, doch was viele nicht wissen, sind die Traditionen und urbanen Legenden, die die Kulturen Belizes von Generation zu Generation am Leben erhalten. Jede Kultur und ihr Volk bestehen aus den Geschichten, die sie prägen, und die Maya, Mestizen, Kreolen und andere in Belize bilden da keine Ausnahme. Hier sind einige der folkloristischen „Kreaturen“ aus Belize, die uns schon seit unserer Kindheit in den Ohren klingen.
- Tata Duende. Diese seltsame Kreatur, deren Name frei übersetzt so viel wie „Dämonen-Großvater“ bedeutet, gilt als Wächter des Waldes. Viele Holzfäller schwören, diesem etwa 1,20 Meter großen Zwerg mit „rückwärts gewachsenen Füßen“ begegnet zu sein. El Duende trägt einen großen Strohhut und hat keine Daumen. Er lebt im Wald, und wenn man ihn sieht, sollte man seine Daumen verstecken, damit er einem nichts antut. Andere behaupten, man könne erkennen, dass er in der Nähe ist, wenn man in der Ferne ein Pfeifen hört oder nachts Gitarrenklänge.
- Anansi. Anansi ist eher eine Figur aus der karibischen Volkskunde als aus der von Belize; er ist eine schlaue Spinne, die für ihren schnellen Verstand und ihre Fähigkeit bekannt ist, Menschen zu manipulieren. Viele der Kindergeschichten über Anansi erzählen davon, wie er sich mit schönen Worten aus brenzligen Situationen herausredet oder etwas stiehlt, ohne erwischt zu werden. Wenn dich jemand „Anansi“ nennt, bezieht er sich höchstwahrscheinlich auf deine Fähigkeit, ein redegewandter Schmeichler zu sein, der mit allem durchkommt.
- La Xtabai (isch-ta-bai). Eine bezaubernde Verführerin – man sagt, dieses Fabelwesen werde mit einer Göttin mit wunderschönen Zügen und langem, seidigem schwarzem Haar verglichen. Oft wird sie als Schreckgespenst für unartige Kinder oder Ehemänner herangezogen; der Legende nach lockt La Xtabai betrunkene Männer zu ihrem Ceiba-Baum, wo sie, wenn sie versuchen zu fliehen, tagelang von Fieber geplagt werden, bevor sie schließlich sterben. Manche behaupten, sie habe Ziegenfüße anstelle von normalen Füßen, während andere schwören, sie könne sich in einen dornigen Baum oder eine Schlange verwandeln. Obwohl es keinen feststehenden Ursprung für diese Geschichte gibt, ist sie eine der einzigartigsten in Belize.
- La Llorona. La Llorona (die weinende Frau) ist bei weitem die „beliebteste“ und ein weiterer Volksmythos, der in den lateinamerikanischen Ländern verbreitet ist. Auch wenn ihre Entstehungsgeschichte variiert, scheint man sich einig zu sein, dass sie ihre Kinder in einem Anfall von Wut über ihren untreuen Ehemann ertränkte und nun die Erde durchstreift, ihre Reue herausschreitend und auf Rache sinndend. Viele behaupten, die Schreie der Llorona gegen drei Uhr morgens zu hören, oft unter einer bestimmten Baumart in bestimmten ländlichen Dörfern. Ihr wallendes, dunkles Haar und ihr weißes Kleid sind die Merkmale, mit denen sie oft beschrieben wird. Man sagt, sie locke betrunkene Männer in den Fluss, wo sie sie anschließend ertränke.
Ob diese Volkssagen nun wahr sind oder nicht – sie bilden zweifellos das Rückgrat der Kulturen in Belize. Wenn Sie mehr über die Kulturen in Belize erfahren möchten, schreiben Sie uns eine E-Mail an [email protected] oder rufen Sie uns gebührenfrei unter 1-800-624-0686 an.
Illustrationen aus „Figurenund Karikaturen in der belizischen Folklore“